Bitte denk an deine letzte große Krise zurück, als du dich vor lauter auf dich einprasselnden Aufgaben und Herausforderungen nicht mehr rausgesehen und völlig überfordert warst. Oder denk daran, wie es dir in der aktuellen Coronakrise geht. Konntest/kannst du hier noch klar denken? Konntest/kannst du zur Ruhe kommen, um deine Gedanken zu ordnen und deine Situation zu analysieren, um so auf die bestmöglichen Lösungen oder Auswege aus deiner Situation zu kommen?

Wenn ich mal wieder erschlagen wurde von diversen Anforderungen meiner Lebenskrisenbaustellen, rauchte mir der Kopf und ich tat mir sehr sehr schwer damit, zur Ruhe zu kommen, um klar denken zu können. Da ich wichtige Entscheidungen zu treffen hatte, war es jedoch unabdingbar, dass ich klar denken konnte. Ein Dilemma.

Für mich war klar, wenn ich in einen solchen Wirbelsturm geraten war, musste ich für eine gute Analyse einen Beobachterposten im Außen einnehmen. Im Strudel selbst, würde ich nichts sehen und schon gar nicht klar denken können. Nur wie sollte ich da rauskommen? Wie sollte ich diese Adlerperspektive einnehmen? Ich war gefangen in diesem Strudel, der mich gnadenlos hin und her wirbelte. Ruhe, um durchzuatmen war schier unmöglich.

Irgendwann erkannte ich, dass ich mich zuerst in diese schreckliche Sch…situation entspannen musste, diese voll und ganz annehmen musste, um so zur Ruhe kommen zu können. Veit Lindau, einer meiner Lehrer und Vorbilder, hat dazu ein schönes Bild gezeichnet, das mir hilft, das Ganze auch noch mit Humor zu nehmen. Stell dir deine Krise wie einen großen, warmen, dampfenden Sch…haufen vor. Und nun setz dich mitten rein in diesen Haufen, wie ein Yogi, der zum Meditieren Platz nimmt.

Ja, es ist gerade vieles Sch… und so ist es jetzt nun mal. Punkt. Frei von Bewertungen, nimm einfach mal deine Situation so an, wie sie gerade ist. Das heißt nicht, dass du sich akzeptieren und aufgeben sollst. Es geht darum zu akzeptieren, was gerade ist. Und das ist gerade deine Realität. Das fällt uns enorm schwer, weil sich das fast wie resignieren, wie aufgeben anfühlt. So als würden wir hinnehmen, was da gerade mit uns passiert. Doch so ist es nicht. Wir nehmen lediglich zur Kenntnis und voll und ganz an, dass dies jetzt nun einmal unsere Situation ist. Und sie ist wie sie ist: Sch…

Du wirst feststellen, du wirst dich sofort entspannter fühlen und es wird dir womöglich sogar so vorkommen, als würde dir ein großer Brocken von der Brust fallen. Du kannst endlich wieder frei atmen. Man könnte sagen, du bewegst dich genau in die Mitte des Wirbelsturms, in sein Auge, hinein. Denn dort herrscht absolute Ruhe. Das ist die erste Wirbelsturmperspektive, die du einnimmst, um deine Krise effektiv und erfolgreich managen zu können.

Und jetzt ist es dir auch möglich, die andere Wirbelsturmperspektive einzunehmen, die des Adlers, in der du die deine Situation – die du ja nun als solche angenommen hast – von oben und in ihrer Gesamtheit betrachten kannst. In dieser Perspektive sind aufmerksame Beoachtungen und Analysen überhaupt erst richtig möglich. Und diese sind die Basis für deine weiteren Entscheidungen und die nächsten Schritte. Sie sind die Basis für deine Lösungsansätze.

Klingt ganz einfach, oder? Also für mich war diese Herangehensweise ein absoluter Gamechanger bei der Bewältigung der vielen Lebenskrisen, die mir mein Leben bisher geboten hat.

  1. Annehmen der Situation (im Auge des Wirbelsturms)
  2. Beobachten und Analysieren der Situation von außen (in der Adlerperspektive)

Solltest du selbst gerade in einer Krise stecken oder jemanden kennen, dem diese Methodik in seiner aktuellen Situation helfen könnte, probier sie einfach einmal aus. Und wenn dir die Vorstellung hilft, dabei an einen heißen, dampfenden Sch…haufen zu denken, feel free 😉 Ich finde ja, Humor erleichtert das Leben ungemein.

Schau auf dich, die Welt braucht dich.

Alles Liebe
Deine Susi, das Stehaufweibchen