Zum Einstieg ein paar Fragen zum Nachdenken:

  • Hast du öfter das Gefühl im Leben, dein Leben würde maßgeblich von anderen bestimmt? Du bist nicht Herrin deines Seins?
  • Wie unabhängig bist du? Oder bist du gar bereits auf Interdependenz oder Co-Kreation aus?

Wenn du die erste Frage mit einem klaren JA beantworten konntest, steckst du womöglich in einigen Bereichen deines Lebens noch in der Opferrolle fest.

 

Opferrolle – Menschen in Abhängigkeit

Leider ist es eine traurige Tatsache, dass viele von uns in der Kindheit zu Hilfslosigkeit erzogen wurden. Man hat uns weisgemacht, dass wir nur dann wertvoll sind, wenn wir uns von der Zuwendung und Anerkennung anderer abhängig machen. Dass wir ohne deren Bestätigung nicht existieren könnten.

Tatsächlich haben wir uns damit oft unbewusst in Abhängigkeiten begeben in den verschiedendsten Lebensbereichen, die uns heute viel Energie abziehen oder uns gar richtig unglücklich machen. Im Beruf sind es vielleicht der chaotische Chef und die intriganten Kollegen, denen du dich hilflos ausgeliefert fühlst. Daheim der launische Partner, der regelmäßig seinen Frust aus der Arbeit an dir auslässt. Bei den Freundinnen hörst du dir immer und immer wieder die gleichen Wehklagen an, obwohl du sie längst nicht mehr hören kannst und dir auch das Verständnis dafür fehlt. Solange du nicht dein Traumgewicht erreicht hast, findest du dich nicht schön genug.

Kommen dir Gedanken wie diese bekannt vor? Das überrascht wenig, denn wir haben fast alle einen Knacks in dieser Hinsicht in der Kindheit abgekriegt. Und es bedarf einiges an Engagement, um sich aus dieser gelernten Hilflosigkeit und somit der Opferrolle zu befreien. Doch es ist möglich – und die vielleicht noch befriedigendere Antwort: Es macht dich enorm machtvoll. Es befähigt dich dazu, die Gestalterin deines eigenen Lebens zu sein und als DIEJENIGE auf dieser Welt zu dienen, als die du gemeint bist.

Wozu solltest du das wollen, fragst du dich vielleicht. Bisher hast du ja alles soweit gut im Griff gehabt und dich mit deinen Lebensumständen irgendwie arrangiert. Dann habe ich eine Frage an dich: Hast du je das Gefühl gehabt, dass das unmöglich ALLES im Leben gewesen sein kann? Dass du weit unter deinen Möglichkeiten agierst und so viel mehr erleben und erreichen könntest, wenn doch nur die Umstände andere wären?

Ja? Ist möglich? Dann lade ich dich dazu ein, über den ersten Schritt zu einem erfolgreichen und erfüllten Leben nachzudenken und dir für dich mal anzuschauen, in welchem Lebensbereich du mit der Transformation hin zu einer selbstständigen unabhängigen Frau starten möchtest. Der erste Schritt ist dann deine Entscheidung dazu, diesen Weg zu gehen. Dich auf die Transformation einzulassen.

Selbstständigkeit – unabhängige Menschen

Das ist die nächste Stufe. Dorthin gelangst du, wenn du genug von der Fremdbestimmung und der gelernten Hilfslosigkeit hast. Wenn du meine zweite Einstiegsfrage nach der Unabhängigkeit mit JA beantwortet hast, bist du vermutlich gerade auf dieser Stufe unterwegs 😉

Auf dieser Ebene beschäftigst du dich erstmalig mit deinen eigenen Bedürfnisse, deinen Werten. Du machst eine Bestandsaufnahme, in welchen Lebensbereichen, in welchen Beziehungen deine Werte verletzt und deine Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Nicht selten stellst du an dieser Stelle fest, dass du dir in sehr vielen Bereichen deines Lebens diktieren lassen, was gut und richtig für dich ist. Dich abhängig davon machst, was andere denken oder bereit sind, dir an Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken.

Und leider entwickeln wir uns in dieser ersten Phase der Transformation zu einer selbstbestimmten starken Frau zu einem egoistischen Weibsbild, das von seiner Umgebung nicht wirklich verstanden wird. Nicht selten gehen Beziehungen in die Brüche und wir treffen übereilte radikale Entscheidungen, um uns aus den jahrelangen Fesseln zu befreien. Für einen Moment fühlt sich das gut an, doch irgendwann beruhigt sich die Flut wieder und dann herrscht Ebbe. Ja, das kann auch dir passieren.

Mit diesem neuen Gefühl musst du dann auch erstmal umgehen lernen. Es kann zu einer depressiven Phase kommen, weil du dich zwar nun von einigem gelöst hast, was dich eingeengt hat im Leben. Doch du weißt immer noch nicht, wo deine Reise eigentlich hingehen soll. Du hast quasi das WEG VON bewältigt, aber noch keinen Plan vom HIN ZU.

Das ist dann die wirklich spannende Phase der Transformation, nämlich jene, in der du dich und deine Ressourcen erst so richtig kennenlernst. Du setzt dich mit deinen Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen auseinander. Erinnerst dich an deine bisherigen Erfolge im Leben (und du allein bestimmst, was für dich als Erfolg gilt ;-). Und nach und nach zeigt sich ein Bild davon, wie dein Platz in dieser Welt aussehen könnte.

Womöglich entdeckst du sogar deine Berufung und findest heraus, was deine Lebensaufgabe ist, der du dich verschreiben möchtest. Und keine Sorge, das bedeutet nicht, dass du bis an das Ende deiner Tage der gleichen Vision hinterhereifern musst. Visionen und Missionen ändern sich, so wie auch wir uns weiterentwickeln.

Das einzig Stetige ist der Wandel.

Interdependenz – reife Persönlichkeiten

Sobald du wieder Herrin deiner Selbst bist und eine Idee davon hast, wie du dieser Welt am besten dienen kannst, betrittst du diese letzte Stufe der Interdependenz. Du bist mehr und mehr mit dir selbst im Reinen und verspürst den inneren Wunsch, dich zu verschenken. Deinen wahren Platz in dieser Welt einzunehmen. Anderen zu dienen und Sinn zu stiften. Du erkennst die Abhängigkeiten von allem, wie alles ineinandergreift und sich ganz natürlich zusammenfügt. Die Natur ist schon ein echtes Wunder, wenn wir uns nur hin und wieder die Zeit nehmen würden, sie in Dankbarkeit und demut zu betrachten und zu staunen. Wir könnten so viel für unser Leben lernen.

Klingt etwas kitschig? Wieso eigentlich? Was kann es Schöneres, Erfüllenderes geben als in dem aufzugehen, was einem ein Herzensanliegen ist, wozu man sich berufen fühlt, womit man anderen Menschen dienen kann? Was sich einfügt in den Fluss des Lebens, was dich trägt und stärkt.

Ich kann hier auch aus eigener Erfahrung sprechen: Dieses Gefühl ist mit nichts zu vergleichen. Ich könnte auf viel in meinem Leben verzichten, doch auf dieses Gefühl von Freude und Erfüllung im Leben möchte ich nie wieder verzichten. Für mich finde ich diese nicht nur im Beruf, auf wenn dieser in meinem Leben sicherlich einen besonderen Schwerpunkt hat. Du findest vielleicht heraus, dass dein Ruf deinen Fokus auf einen ganz anderen Lebensbereich ausrichtet.

Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich mich nicht mit der Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Nahrung, Schlaf oder einem Dach über den Kopf beschäftigen muss. Sondern das Geschenk bekommen habe, in Österreich geboren zu werden und hier aufzuwachsen. Ich betrachte es als meine heilige Pflicht, dieses Privileg zu nutzen, um meinen Teil für das Überleben der Menschheit und der Erde zu leisten. Meiner Berufung zu folgen.

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PS: wenn du dieses Thema gerne vertiefen möchtest, kann ich dir zwei der absoluten Klassiker im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung ans Herz legen. Aber Achtung: hierbei handelt es sich um Arbeitsbücher, nicht um Bücher, die man mal so nebenbei liest.

Buchtipp: Die 7 Wege der Effektivität und Der 8. Weg von Stephen R. Covey