Es gibt für die Berufung eine einfache Formel. Die Berufung ist die Überschneidung von:

  • deinen Talenten,
  • dem, was dir Freude macht und
  • dem, wo es Bedarf gibt.

Entdecke deine Talente

Hinter diesem Begriff verbergen sich alle deine Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen, die du dir im Laufe des Lebens und natürlich auch deiner Berufstätigkeit erarbeitet hast. Hier sind aber auch jene Stärken von dir gemeint, die dir selbst vermutlich gar nicht als solche bewusst sind. Fähigkeiten, die du als selbstverständlich betrachtest und die dir besonders leichtfallen.

Um diesen Stärken auf die Spur zu kommen, empfiehlt es sich, deine Freunde, Familie, Kolleginnen und Chefs zu interviewen und sie zu fragen, welche sie als deine z.B. 3 größten Stärken sehen. Du wirst überrascht sein, wie anders dich viele Andere im Vergleich zu deinem eigenen Selbstbild sehen.

Deine anderen Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen würde ich entlang deines chronologischen Lebenslaufs (und der beschränkt sich nicht auf deine Berufszeit 😉) erarbeiten.

  • Was konntest du als Kind besonders gut, was ist dir immer schon leichtgefallen?
  • Welche Aus- und Weiterbildungen hast du gemacht und welche Kompetenzen hast du dir dadurch angeeignet?
  • Welche Fähigkeiten prägen heute deinen beruflichen Alltag und deine Freizeitaktivitäten?
  • In welchem Lebensbereich oder bei welchem Lebensthema hast du besonders viel Erfahrung sammeln können?
  • Wo würdest du deinen Erfahrungsschatz als überdurchschnittlich bezeichnen?  

Wenn du dann beide Listen – die deiner Fähigkeiten und die deiner Stärken – fusioniert hast, geht’s weiter mit Schritt zwei.

Was macht dir richtig Freude?

Hier geht es um Tätigkeiten, die dir besonders viel Freude bereiten.

  • Was sind Dinge, die du so gerne machst, dass du sie auch ohne Bezahlung machst oder machen würdest?
  • Was holt dich morgens mit Leichtigkeit aus dem Bett?
  • Für welche Tätigkeit kannst du dich so richtig begeistern?

Bei der Beantwortung dieser Frage empfehle ich dir, nicht nur deinen aktuellen Alltag zu betrachten, sondern auch weiter in die Vergangenheit zu blicken. Denn nicht selten haben wir als Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene Aktivitäten in unserem Leben voller Freude gepflegt, die dann im Laufe der Zeit vom ganz normalen Alltagswahnsinn verdrängt wurden. Das sind aber oft Aktivitäten, die wir mit viel Leidenschaft gemacht haben. Weshalb sie unbedingt auf deine Liste sollten.

Mach hier auch nicht den Fehler, dich nur auf Tätigkeiten zu fokussieren, die für dich in einen beruflichen Kontext passen. Gerade in Zusammenhang mit dem Entdecken der eigenen Berufung kommen viele drauf, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen könnten und wollen. Daher schränke dich nicht schon bei diesem Schritt ein, nimm alles mit auf die Liste, was dir einfällt.

Wo überschneiden sich deine Talente mit deiner Freude?

Dieser Zwischenschritt gibt Aufschluss darüber, wo sich deine Talente mit jenen Tätigkeiten überschneiden, die dir Freude bereiten. In diesem Überlappungsbereich suchst du nun nach einer Berufung bzw. einem Berufungsfeld, in dem du Freude und Erfüllung finden kannst. Denn, und das sollte dir klar sein, nicht jeder verspürt auch wirklich einen inneren Ruf. Und das ist auch völlig okay so. Wenn es dein Ziel ist, Freude und Erfüllung zu finden im Beruf (oder auch generell im Leben), dann wird dir diese Übung dabei helfen, dein Berufungsfeld einzugrenzen.

Wo gibt es Bedarf?

Als letztes schaust du dir an, in welchen beruflichen Bereichen es Bedarf für jemanden gibt, mit diesen sich überschneidenden Talenten und freudebringenden Tätigkeiten. Gibt es beschriebene Berufe, die hier hineinfallen? Gibt es Jobrollen, die dazu passen? Wenn es noch keine bekannten, beschriebenen Berufsbilder oder Jobrollen gibt, dann beschreibe selbst einmal, wie eine solche aussehen könnte? Und überlege dir auch gleich, wo diese sinnvollerweise zum Einsatz kommen könnte.

Beim Einsatzgebiet macht es auch Sinn, dass du dir die Frage stellst, ob du lieber selbstständig, als Unternehmerin oder doch lieber als Angestellte tätig sein möchtest. Denn davon ist auch abhängig, welche Einsatzmöglichkeiten sich für dich bieten. Je unabhängiger du bist (selbstständig, Unternehmerin), desto größer ist auch dein Gestaltungsspielraum. Gleichzeitig musst du hier natürlich viel mehr bedenken und dir viel mehr Gedanken machen, um sicherzustellen, dass du den Bedarf am Markt auch wirklich richtig einschätzt. Als Angestellte lebst du die Vision eines Unternehmens oder einer Organisation mit, in dem von der Organisation vorgegebenen Rahmen. Das gibt mehr Orientierung, schränkt aber natürlich auch den Gestaltungsspielraum etwas ein.

Wenn du mit dieser Übung fertig ist – was übrigens durchaus einige Tage oder Wochen dauern kann – dann hast du ein erstes konkretes Bild davon, wohin du dich beruflich weiterentwickeln kannst, um Freude und Erfüllung im Beruf zu leben.

Wenn du dich zu deinen Erfahrungen mit der Übung austauschen möchtest, komm zu uns in die Stehaufweibchen Community auf Facebook. In dieser geschlossenen Gruppe für Frauen, kannst du dich mit mir und anderen Gleichgesinnten austauschen.

Schau auf dich, die Welt braucht dich.

Alles Liebe
Deine Susi, das Stehaufweibchen