„Monkeymind auf Ecstasy“ – so nannte Peter Beer (Psychologe, Gründer der Achtsamkeitsakademie) unser Gehirn beim Versuch zu meditieren. 
 

Meditation zur Burnout-Prävention und Stressreduktion

 
Besonders als Burnout-Prävention und generell zur Stressreduktion wird gerne Meditation empfohlen. Als begeisterte Meditationsanhängerin kann ich das auch unterschreiben. 
 
Aber: ich habe beobachtet, wie schwer sich vor allem Menschen mit dem Meditieren tun, die bisher in ihrem Leben wenig mit „esoterischen“ Methoden oder Spiritualität am Hut hatten. Diese Menschen kostet es oft Überwindung, sich dann doch mal hinzusetzen oder hinzulegen, um zu meditieren. 
 
Um so größer ist dann die Enttäuschung, wenn dies nicht auf Anhieb funktioniert. Denn da liegen sie nun und versuchen ihr Hirn auszuschalten. Anstatt Ruhe zu geben und sich mit dem Körper gemeinsam zu entspannen, wird unser Gehirn nur noch aktiver. 
 
Frust macht sich breit und viele geben nach diesem ersten enttäuschenden Erlebnis auf. Probieren es nie wieder. „Ich kann nicht Meditieren.“ oder „Meditation ist nichts für mich.“ kriegt man dann oft zu hören.
 
Das ist Bullshit, denn Meditation ist für jeden geeignet und funktioniert auch. Doch es ist vermessen zu glauben, dass man diese wertvolle Methode auf Anhieb so gut beherrscht wie die Yogis und Buddhisten dieser Welt 😉 
 

Wieso funktioniert Meditation nicht auf Anhieb? 

 
Die beruhigende Antwort: es liegt an dir. Unser Gehirn steht aufgrund der vielen Informationen und Sinneseindrücke, die ständig auf uns einprasseln, unter Dauerfeuer und ist süchtig geworden nach den dabei ausgelösten Endorphinstöße. Diese sind oft klein und wir nehmen sie vielfach gar nicht bewusst wahr, doch durch diese ständige Beschallung machen wir unser Gehirn süchtig danach.
 
Entsprechend fällt es uns schwer, uns auf einen Zustand wie den der Meditation einzulassen. Denn bei der Meditation geht es um das genaue Gegenteil von Bespaßung und geistige Stimulation. Es geht um Stille. Um Entspannung in Körper und Geist. 
 
Für viele ist dies ein erstmal unangenehm erlebter Zustand. Personen, die ihre ersten Meditationserfahrungen in wochenlangen Hardcore Meditations-Retreats machen, erzählen oft von den gleichen Erfahrungen. In diesen Retreats gibt es keinerlei Ablenkung durch Internet oder TV. In den strengsten gibt es sogar ein Sprechverbot. 
 
Um 4 Uhr morgens läutet der Gong zur ersten Gruppenmeditation. Da sitzen dann über 100 Menschen zusammen in einem großen Raum und (versuchen zu) meditieren. Es gibt wenig zu essen. Der klare Fokus liegt auf die Reise ins eigene Innen. In die Stille. Doch diese Stille will sich irgendwie nicht einstellen. 
 
In den ersten Tagen werden besagte Teilnehmer von Gedanken rund um die wahrgenommenen Geräusche und Gerüche ihrer unmittelbaren Meditationsumgebung geprägt. „Ah da ist wohl einer eingepennt, so wie der schnarcht. Wer kann es ihm vergönnen, so früh wie die uns hier aus den Betten holen.“ oder „Was trägt diese blöde Kuh nur für ein seltsames neumodernes Material, dass ihre Hose jedesmal so knistert, wenn sie sich auch nur ein wenig bewegt.“ oder „Mein Geist wird nie Ruhe geben. Ich bin einfach nicht fürs Meditieren gemacht.“
 
Zweifel, Skepsis, Genervtheit und Wut auf die Veranstalter und sich selbst, weil man sich den Sch… angetan hat, erfüllen die Teilnehmer. Einige brechen auch vorzeitig ab. Alle, die durchhalten, werden jedoch reich belohnt. Und viele von denen beschreiben die dort gemachten Erfahrungen als die wertvollsten in ihrem Leben. 

 

Was Meditation für dich bereit hält

 
Ich ziehe mich mittlerweile seit Jahren immer wieder in die Stille zurück. Meditation ist DIE Kraftquelle schlechthin. Der Ruhepol, der uns gelassen und ausgeglichen werden lässt. Zudem bringt die Stille Klarheit. Nur in der Stille finden wie die Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen im Leben. 
 
Ein Abenteuer, das sich lohnt und unendlich viel Potenzial für jeden bereithält, der bereit ist, der Meditationspraxis eine Chance zu geben. Nicht nur einmal oder zweimal, sondern regelmäßig, am besten täglich über einen Zeitraum von mind. einer Woche. Je länger, desto effektvoller. 
 
Dadurch verbessern wir unsere körperliche Konstitution, bekommen einen klaren Fokus, werden innerlich ruhig und gelassen, profitieren von einer höheren Aufmerksamkeit und werden sehr wahrscheinlicher erfolgreicher in allem, was wir tun. 
 
In jedem Fall bringt es uns dem Glücklichsein näher und löst Zufriedenheit in uns aus. Es bringt uns uns selbst näher. Und wer sich selbst gut kennt, eine echte Verbindung zu sich selbst aufgebaut hat, bewegt sich viel selbstbewusster durchs Leben und kann sich auf eine starke Intuition verlassen. 
 

Wie kriegst du das nun hin mit dem Meditieren?

 
Ich empfehle allen Anfängern mit geführten Meditationen zu starten. Am besten in der Gruppe, zum Beispiel in einem Yogakurs, in dem am Ende auch eine Meditation angeboten wird. Die Energie, die in solchen Gruppen entsteht, hat eine ganz besondere Qualität. 
 
Es geht aber auch wunderbar daheim alleine mit einer angesagten Meditation im Ohr. Da gibt es ja mittlerweile eine Vielzahl an Angebote. Hör mal bei YouTube rein. 
 
Geführte Meditationen stehen meistens unter einem bestimmten Thema. Beginne mit einem Thema, dass dich aktuell beschäftigt. 
 
Was sehr dabei hilft, rascher in diesen Zustand der Meditation abzutauchen, sind mehrmals täglich durchgeführte Atemübungen.
 
Diese wirken nicht nur unmittelbar entspannend, sie bilden auch die Basis für den Einstieg in eine Meditation. Einerseits durch den sofortigen entspannenden Effekt. Andererseits wegen des Fokus auf unseren Atem. Wenn wir uns auf unseren Atem fokussieren, können wir uns nicht parallel auch noch auf unsere Gedanken konzentrieren. 
 
So lernst du, deine Gedanken einfach sein zu lassen, ohne ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. 
 

Muss ich meine Gedanken zum Schweigen bringen?

 
Nein. Eine häufige Falschannahme von Anfängern. Unser Gehirn ist zum Denken da, das ist sein Job. Das macht es zu diesem machtvollen Instrument, dass die Menschen zur überlegenen Art auf diesem Planeten gemacht hat. Wir wollen also nicht unser Hirn dazu erziehen, nicht mehr zu denken. 
 
Stattdessen wollen wir lernen, dieses machtvolle Werkzeug aktiv und bewusst zu nutzen, anstatt uns davon verrückt machen zu lassen. Meditation ist dabei ein echter Gamechanger. 
 
Seit ich meditiere habe ich keine dieser belastenden Gedankenkaruselle in meinem Kopf. Ich entscheide, wann ich mich meinen Gedanken widme und auch welchen Gedanken. Mein Hirn ist mein Werkzeug und nicht ich seine Marionette. 
 
Kannst du dir vorstellen, welchen gewaltigen Unterschied dieses klare Machtgefüge in deinem Leben hätte? Na dann, los geht’s. Such dir deine erste geführte Meditation aus und starte damit, diese täglich oder alle paar Tage in Stille (zB mit Kopfhörern) durchzuführen. Du wirst sehen, es wird mit jedem Mal leichter, in diesen meditativen Zustand zu kommen. Und dann lass dich überraschen, was deine Meditationen alles für dich bereit halten. Es ist magisch.
 
Alles Liebe
Deine Susi, das Stehaufweibchen