Bist du infiziert worden mit der Sinnfrage? 

Stellst du dir immer öfter die Frage nach dem Sinn in deinem Leben? 

Dann könnte dieser Blogbeitrag interessant für dich sein!

Meiner Erfahrung nach, und diese deckt sich mit Beobachtungen in meinem persönlichen und erweiterten Umfeld, stellen sich vor allem Menschen in ihrer Lebensmitte ab 40 und immer häufiger junge Erwachsene mit Anfang 20 die Sinnfrage. 

Bei meiner Generation, ich werde heuer 40, spricht man da gerne von der Midlife-Crisis. Dabei ist gemessen an der aktuellen Lebenserwartung von über 90 Jahren die Lebensmitte noch gar nicht erreicht. Doch mit 42 beginnt für die meisten ein neuer Lebenszyklus, der die Sinnfrage ins Zentrum rückt. 

Die meisten haben zu diesem Zeitpunkt ihre Familienplanung bereits abgeschlossen (wobei es immer mehr Frauen gibt, die auch mit über 40 noch schwanger werden, ein ansteigender Trend wie mir scheint). Und für viele ist auch beruflich bereits so ziemlich alles erreicht worden, was man sich in jungen Jahren vorgenommen hat. 

Es stellt sich ein gewisses Gefühl der Leere ein. Das, wonach man bisher gestrebt hat, hat an Bedeutung verloren, weil es unsere Ressourcen nicht mehr so intensiv bindet. Wir hätten also wieder Ressourcen für neue, andere Aufgaben zur freien Verfügung. Nur was tun mit diesen?

Und hier beginnt dann die Sinnfrage in unser Bewusstsein zu treten. Wir werden regelrecht infiziert. Denn plötzlich geben nicht mehr gesellschaftliche Normen und Karrierebilder vor, wohin unsere Reise geht. Für viele ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie selbst entscheiden können, wohin sie gehen möchten und womit sie sich auf ihrer Reise beschäftigen wollen.

Bei den Jungen ist es ähnlich, nur dass diese erschlagen werden von Möglichkeiten, was sie mit ihrem Leben anstellen könnten. Da ist es naheliegend, sich die Frage zu stellen, welchem Zweck im Leben man dienen möchte. Welchen Sinn man seinem Dasein geben möchte. Am Beginn der beruflichen Laufbahn legt man mal die Richtung fest. Das will also gut überlegt und entschieden werden.

Ich habe mich im Laufe meines beruflichen Werdegangs von gebotener Chance zu gebotener Chance gehantelt, bis mich Anfang/Mitte 30 das erste Mal das Gefühl überkam, ich sollte mich bewusst für eine Richtung entscheiden. Damals war ich in der Situation, dass ich dort, wo ich war, den Zenit erreicht hatte. Ich musste mich also hinsichtlich Weiterbildung und Spezialisierung entscheiden.

Was in Anbetracht meiner vielen Interessen und Fähigkeiten alles andere als leicht war. Ich wollte auf etwas aufbauen, was ich mir bereits erarbeitet hatte. Und da kamen zwei Richtungen in Frage: Expertin für Customer Service, welche als Trainerin und Unternehmensberaterin Organisationen dabei unterstützt, ihren Kundenservice zu verbessern. Und ich hatte bereits einige Jahre Erfahrung im Projektmanagement gemacht.

Am Ende war es wieder eine sich mir angebotene Chance in Form einer Stellenausschreibung für einen Projektleiterposten, der die Entscheidung besiegelte. Es war ein Projektleiterjob zu einem Customer Service Thema. Passte also wie die Faust aufs Auge.

Die Sinnfrage war also fürs Erste nicht mehr präsent für mich. Denn ich dachte, mit einer Spezialisierung auf eine Berufssparte (Projektmanagement) würde ich Freude und Erfüllung im Beruf finden. Mein erstes Projekt taugte mir auch total. Auch das zweite war thematisch super spannend. Erst als ich anfing, Projekte zu Themen zu leiten, für die ich mich nicht wirklich begeistern konnte oder von denen ich selbst wenig verstand, stellte sich mehr und mehr Jobfrust ein.

Es dauerte einige Jahre, bis ich erkennen und annehmen konnte, dass ich als Projektleiterin auf Dauer keine Freude und Erfüllung im Beruf finden würde. Das war ernüchternd und hart für mich. Denn ich dachte wirklich lange Zeit, dass in mir ein Projektleiterherz schlägt. Offenbar galt das aber nur für bestimmte Projekte, welche Themen abbildeten, für die ich mich voll begeistern konnte. Mir war lange nicht bewusst, wie wichtig mir der Inhalt meiner Projektleitertätigkeit war.

Ich war jahrelang im Customer Service in verschiedenen Unternehmen und Rollen tätig. Das war mein Feld, da fühlte ich mich immer zuhause. Da hatte ich immer Sinn in meinem Tun gesehen. Zumindest solange ich meine Rolle in der Organisation ausleben durfte. Organisatorische Veränderungen haben mir hier auch einmal den Garaus gemacht.

Erst mit 37 Jahren wurde mir klar, dass ich so nicht weitermachen konnte. Da steckte ich in einer schlimmen Burnout-Phase fest. Und in meiner Verzweiflung buchte ich einen Onlinekurs, um meine Berufung zu finden. Dieser Kurs war wirklich meine Rettung. Ich hatte wirklich jeglichen Sinn in meinem Leben, speziell im beruflichen Kontext, verloren.

Ich funktionierte nur noch. Ich lebte nicht mehr. Die totale Erschöpfung drohte. Dank der Erkenntnis zu meiner Berufung ging es von da an jedoch aufwärts. Ich erkannte damals, wie essentiell wichtig es ist, zu wissen, wofür man auf dieser Welt ist und welchen Beitrag man leisten kann/möchte.

Für mich war das Entdecken meiner Berufung wirklich wie eine Wiedergeburt. Zumindest erwachten meine Lebensgeister endlich wieder.

Wenn du also gerade das Gefühl hast, dein Leben ist leer und du findest keinen Sinn in deinem Tun, begib dich auf Entdeckungsreise. Kommende Woche gibt es Anregungen dazu, wie du deine Bestimmung im Leben finden kannst.

Bis dahin analysiere mal für dich, wo du deine Stärken und Interessen hast. Was macht dir Spaß? Was fällt dir leicht? Und denk‘ dabei nicht nur an deine beruflichen Kompetenzen und Aufgaben. Betrachte dein gesamtes Leben. Auch Anteile an deinem Leben, die bereits in der Vergangenheit liegen und momentan keine Rolle in deinem Alltag spielen. Hat es früher Tätigkeiten gegeben, die dich erfüllt haben, die du richtig gut konntest?

Ich bin schon gespannt auf deine Erkenntnisse! Teile sie gerne mit mir/uns in der Stehaufweibchen Community auf Facebook.

Schau auf dich, die Welt braucht dich!

Alles Liebe
Deine Susi, das Stehaufweibchen